SUMSKI, Prof. Dr. Alexander Komponistenlexikon

SUMSKI, Prof. Dr. Alexander

SUMSKI Prof. Dr. Alexander

Waldeckstraße 12
72074 Tübingen
Telefon: 07071/51 175
Fax: 07071/55 02 68
E-Mail: alexander (dot) sumski (at) uni-tuebingen (dot) de

* 26.11.1933 Temeschburg (Rumänien)

Alexander Šumski (rumänisch Alexandru Šumski), geboren 1933 in Temeschburg/Timşoara Banat, erhielt seine musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier, Kompositionslehre und Dirigieren an der Hochschule für Musik Bukarest. Meisterkurse bei Franco Ferrara in Siena und Venedig ergänzten seine dirigentische Ausbildung. 1984 promovierte er an der Universität Hamburg im Fach Musikwissenschaft.

Musica practica

Seine musikalische Laufbahn begann Šumski als Konzertpianist in seinem Heimatland Rumänien, als Dirigent übernahm er 1960 die Leitung des Rumänischen Rundfunkchores in Bukarest, 1964 die Leitung der Temeschburger Philharmonie, wurde 1968 Chefdirigent des Akademischen Sinfonieorchesters Bukarest und Lehrbeauftragter an der Musikhochschule der Hauptstadt Rumäniens.

1972 übersiedelte Šumski nach Deutschland und war bis 1999 Universitätsmusikdirektor in Tübingen. Mit dem Sinfonieorchester der Universität führte er nahezu alle Schlüsselwerke des symphonischen Repertoires auf und musizierte mit zahlreichen Solisten von Weltrang, u.a. mit Anne-Sophie Mutter, Bruno Leonardo Gelber, Helen Donath, Barry Tuckwell, David Geringgas und Gerhard Opitz. 1973 gründete Alexander Šumski die Camerata vocalis, den Kammerchor der Universität. Konzerte und gemeinsame Musikprojekte führten das akademische Vokalensemble in nahezu alle europäischen und in viele außereuropäische Länder. Zahlreiche CD-Produktionen und Rundfunksendungen u.a. beim Südwestfunk Baden-Baden und bei Radio France - France Musique in Paris zeugen von dem großen Erfolg der Camerata.

Interdisziplinäre Veranstaltungen mit bedeutenden Professoren der Universität wie Hans Küng (Mozarts Klarinettenkonzert), Hansmartin Decker-Hauff (Brittens "Young Person's Guide") und dem Slawisten Ludolf Müller (Tschechow und Tschaikowskij) machten das Collegium musicum der Tübinger Universität unter der Leitung Šumskis zu einem wichtigen Partner im neu geschaffenen Studium generale.

Šumski machte sich zur Aufgabe, junge Solisten zu fördern. So debütierte er die damals 11jährige Anne Sophie Mutter 1975 mit Mendelssohns Violinkonzert im Tübinger Festsaal, begleitet vom Tübinger Akademischen Sinfonieorchester.

Von 1978 bis 1980 war er neben seiner Tübinger Tätigkeit Chordirektor beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg, ein Ensemble, mit dem er sich besonders dem Repertoire zeitgenössischer Komponisten widmete.

Alexander Šumski war Gastdirigent zahlreicher renommierter Sinfonieorchester, unter anderem beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg und Hannover, beim Orquesta National in Caracas, bei den Minsker Philharmonikern oder beim Nationalorchester des Rumänischen Rundfunks in Bukarest. Auch leitete er Konzerte bedeutender internationaler Musikfestivals, so beim Amazonas-Festival in Manaus, beim Enescu-Festival in Bukarest, beim Festival für Geistliche Musik in Riga und beim Bodenseefestival. Tourneereisen führten ihn in viele Länder Europas, nach Nord- und Südamerika sowie nach Afrika, Asien und Australien.

Musikwissenschaftliche Tätigkeiten

Seit den 80er Jahren lag der Schwerpunkt der musikwissenschaftlichen Tätigkeit Šumskis auf der Erforschung, Bearbeitung und Wiederaufführung von Werken oberschwäbischer Klosterkomponisten des 18. Jahrhunderts. In der von ihm 1986 ins Leben gerufenen Forschungs- und Editionsstelle für oberschwäbische Klostermusik der Universität Tübingen wurden bis 2005 nahezu 300 Kompositionen aus den ehemaligen Klöstern Oberschwabens neu entdeckt, bearbeitet und der modernen Aufführungspraxis angepasst. Unter seiner Leitung wurden diese Werke an den jeweiligen Entstehungsorten aufgeführt, im Studio des Südwestrundfunks Baden-Baden produziert und als CDs in der Reihe "Musik in oberschwäbischen Klöstern" bei Orchestrola / da music herausgebracht.

Ehrungen

Die Universität Tübingen verlieh Šumski den Titel eines Professors. 2005 wurde Alexander Šumski mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, 2008 wurde er Ehrenbürger seiner rumänischen Heimatstadt, 2011 erhielt er von Papst Benedikt XVI. die Würde eines Komturs des Ordens des Hl. Silvester.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Alexander Šumski war ehrenamtlich aktiv als Mitglied des erweiterten Bundesvorstands des Deutschen Komponistenverbands. Zudem arbeitete er in zahlreichen Verbänden mit: u.a. als Kuratoriumsmitglied der Internationalen Schulmusikakademie Schloss Kapfenburg, als Mitglied des Kuratoriums "Jugend komponiert" im Landesmusikrat Baden-Württemberg, als Kurator der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft (ACIT) Venedig. Von 1998 bis 2014 war er Mitglied des Rundfunkrats des Südwestrundfunks.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand setzte Šumski seine berufliche Tätigkeit sowohl als Praktiker als auch als Musikwissenschaftler fort und leitete noch bis 2005 die Forschungs- und Editionsstelle für oberschwäbische Klostermusik der Universität Tübingen. 

Werke

über 100 Bearbeitungen von Werken oberschwäbischer Klosterkomponisten aus dem 18. Jh., 11 CDs der Reihe "Musik in oberschwäbischen Klöstern" (ORC da music) u. 3 Videoproduktionen (SWF Baden-Baden)

sowie: Chormusik

Sachregister

  • Konzertmusik